Einkaufskooperation EICO feiert 20-jähriges Jubiläum |
Interessenvertretung des Mittelstands / Gegenpol zur Großindustrie
Bad Iburg, den 9. April 2008.
Die als klassische Einkaufsgesellschaft für die mittelständische Möbelindustrie gegründete EICO GmbH feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Mit einem Einkaufsvolumen von 225 Mill. € und einem Verkaufsumsatz von über 500 Mill. € ihrer 21 Gesellschafter, die über 29 Betriebe in vier Ländern (Deutschland, Holland, Schweiz und Österreich) verfügen, ist die Kooperation heute zu einem wichtigen Systemdienstleister der Möbelindustrie aufgestiegen, der vor allem die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Zulieferern wahrnimmt. Durch attraktive Einkaufspreise und leistungsbezogene Bonuszahlungen, die im mittleren einstelligen Prozentbereich des Umsatzes liegen, trägt die EICO GmbH zu einem nicht unerheblichen Teil zur Verbesserung der Ertragssituation ihrer Anschlusshäuser bei. Erklärtes Ziel der Gesellschaft war es von Anfang an, durch die Fokussierung auf das Beschaffungsmarketing Einkaufskonditionen wie die „Großen“ zu erzielen.
„Die einzige Chance des Mittelstandes,“ so Herbert Rosenzweig, seit 1. Januar 2007 an der Spitze der Kooperation, „ist die Bündelung der Kräfte zu einer Einkaufs- und Dienstleistungskooperation, um im harten Wettbewerb und in einem tendenziell stagnierenden Inlandsmarkt bestehen zu können. Der Zwang zur Kooperation wird in den kommenden Jahren eher noch zunehmen. Wir sehen deshalb für die EICO auch in Zukunft gute Wachstumschancen, auch durch Mittelständler aus anderen holzverarbeitenden Branchen, die ähnliche Strukturen aufweisen wie unsere Küchen- und Wohnmöbelhersteller. Wir schaffen nachweisbare Synergien.“ Neben marktgerechten Einkaufskonditionen bietet EICO seinen Gesellschaftern, die im hohen Maße in die Geschäftspolitik integriert sind, vor allem den Zugang zu neuen Lieferanten und Technologien. Die EICO-Gesellschafter sind im mittleren und oberen Marktsegment positioniert. Der Exportanteil der Unternehmen liegt bei über 35 Prozent.
Gegründet wurde die Kooperation von acht mittelständischen Küchenmöbelherstellern mittlerer Umsatzgröße im Mai 1988. Elf Jahre später erfolgte der nächste Schritt: die Zahl der
Gesellschafter wurde um Hersteller von Wohn- und Schlafraummöbel erweitert. 2005 und 2006 erfolgte die Internationalisierung durch die Aufnahme von Küchenmöbelherstellern aus den Niederlanden, der Schweiz und Österreich. Die EICO übernimmt für ihre Mitglieder den Einkauf aller relevanten Materialien, die für die Herstellung von Kastenmöbeln erforderlich sind. Der Löwenanteil davon, gut 55 Prozent des Einkaufsvolumens, entfällt auf die zwei Bereiche Beschläge und Plattenwaren. Gerade der Einkauf von Spanplatten verdeutlicht die Dringlichkeit zur Kooperation. So stiegen laut Rosenzweig die Beschaffungskosten für Spanplatten in den letzten Jahren signifikant. „Dieses Beispiel zeigt, dass der Mittelstand geradezu gezwungen ist, in Netzwerken zu kooperieren, um durch Bündelung der Volumina optimale Preise zu erzielen und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Blue Chips der Branche zu erhalten. Gleichzeitig bleibt jedes Unternehmen völlig flexibel und eigenständig im Markt.“
EICO beschäftigt drei Personen und schüttet nahezu 100 Prozent der Bonuserlöse aus. Die Arbeit der Kooperation als reiner „Preisoptimierer im Einkauf“ hat sich allerdings im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte gewandelt. Heute ist das Unternehmen ein breit aufgestellter Dienstleister. So organisiert die EICO GmbH mehrmals im Jahr für die Mitglieder Tagungen, etwa zu Themen wie Qualitäts- und Kostenmanagement oder Vertriebssteuerung.
Zweimal im Jahr tritt die Gesellschafterversammlung zusammen, um die Arbeit der Kooperationen zu prüfen und strategisch wichtige Entscheidungen gemeinsam mit der Geschäftsführung zu verabschieden.
Ein sechsköpfiger Beirat unter dem Vorsitz von Hartmut Panthel, Geschäfts¬führender Gesellschafter der Panthel Möbelwerk GmbH & Co., unterstützt die Arbeit der Gesellschaft, die ausschließlich aus den Bonuszahlungen der derzeit 180 gelisteten namhaften Vertragspartner finanziert wird. Damit werden alle relevanten Materialbereiche zur Herstellung von Kastenmöbeln abgedeckt. Panthel zum Stellenwert der EICO: „Für jedes Unternehmen ist der Einkauf von herausragender strategischer Bedeutung. Durch die enge Zusammenarbeit ergeben sich weitere Synergien, die für alle von Vorteil sind. Unser Unternehmen hat bisher erheblich davon profitiert. Wirtschaftliche Vorteile und der kooperative Austausch von Informationen und Erfahrungen haben dazu geführt, dass bis dato noch nie ein Gesellschafter aus dem Verband ausgetreten ist. “ Ähnlich sieht es auch Matthias Rempp von der Rempp Küchen GmbH in Wildberg: „Um im umkämpften Markt der Einbauküchen wettbewerbsfähig zu sein, sind wir auf die Vorteile des gemeinsamen Einkaufs existenziell angewiesen.“ Jan Paschen, Gründungsmitglied der Sparte Wohnen + Schlafen innerhalb der EICO, geht sogar noch einen Schritt weiter. „Die Themen Einkaufspreise und strategische Ausrichtung halte ich für entscheidend, aber die Arbeit in der EICO ist für mich auch immer eine Herzensangelegenheit und von Vertrauen geprägt.“
Herbert Rosenzweig, der zuvor als Werkleiter des Küchenmöbelwerkes von Miele tätig war, prognostiziert, dass die Bedeutung des Netzwerkes in den kommenden Jahren noch steigen wird: „Der Mittelstand ist angesichts der Marktsituation und der weiter voranschreitenden Globalisierung mehr denn je gezwungen, Kosten zu minimieren, wenn er überleben will. Die EICO wird auch zukünftig zur Überlebensfähigkeit der mittelständischen Hersteller von Küchen-, Wohn- und Schlafraummöbeln beitragen. Zur Kooperation gibt es keine Alternative. Wir sehen gute Chancen für weiteres Wachstum, sowohl organisch als auch durch neue Gesellschafter. Die alte Kaufmannsweisheit gilt auch heute noch: Der Gewinn liegt im Einkauf.“